Statement

Verschiedene soziale und politische Hintergründe und Strukturen beeinflussen den Menschen.

In Kiew (Ukraine) wuchs ich im Sozialismus auf und erlebte die Einführung demokratischer und kapitalistischer Strukturen
in den neuen Bundesländern in der BRD. Die volle Ausprägung dieser Strukturen in einer hoch technologisierten Gesellschaft erfuhr ich in Japan.

Mich interessieren die „Inneren Welten“ von uns Menschen, unsere Gedanken, Gefühle, Reaktionen, die wir nicht nach außen projizieren können.

Seit dem Jahr 2000 recherchiere und forsche ich in unterschiedlichen, anatomischen Sammlungen, Museen und Instituten
in Europa, den USA und Japan. Inspiriert von der eigenen Ästhetik der anatomischen Plastinate und medizinischen Studienobjekten entstehen neue Ideen für die Vertiefung meiner Auseinandersetzungen mit den „Inneren Welten“.
So hat sich meine Arbeit am Anfang aus reinem, optischen Interesse für pathologische Anatomie und den anatomischen Präparaten weiter zu komplexen, wissenschaftsbasierten Projekten entwickelt - über das menschliche Gehirn
und der Erschaffung einer neuen Welt der Gebrauchsobjekte, deren Formen den inneren Organen entsprechen.

Mit dem Interesse an der Beobachtung von Menschen, versuche ich die originären und fundamentalen Ursachen menschlichen Verhaltens zu ergründen. Ich arbeite mit der psychoanalytischen Betrachtung von inneren Körperorganen. Gleichzeitig versuche ich als Künstler neue Wege zu finden, um mit dem Rezipienten zu kommunizieren. Irritationen benutze ich als Mittel,
um den Betrachter in eine Situation der Unsicherheit und Konfusion zu bringen, denn nur so kann er sich, meiner Meinung nach, auf neue Erfahrungen einlassen und bisherige Blickpunkte und Verhaltensweisen infrage stellen.

Our body consist of organs, which constitute “homo machine” the most perfect working machine that were ever “constructed.” Throughout the course of history, different social and political systems , such as politics and religion, tried to manipulate “homo machine,” both individually and en masse in order to create a perfect life. Nowadays, it is the sciences which is trying to find analytical expression and analyze the behaviour, emotions, intentions and activity of the “homo machine.”

Following my interest in and the observations of people, my art attempts to find the origins of and fundamental reasons for human activities. My art works with psychological analysis while expressing the inner physiology of the body. At the same time,
as an artist i always research new ways of communicating/playing a game with the recipient.

My work does not seek to answer or decipher cultural phenomena. It is my intention to help the viewer problematize their own quotidian, in order to facilitate the distancing from the familiar, which is the space in which critical thinking and questioning takes place. My work gives neither answers nor specific critique to society. Rather my works poses questions and tries to establish
a dialogue between the installations and the viewer. It is this dialogues propels my research.

The choice of media is directed by artistic thinking: game with the viewer. Over the past couple of years I’ve tried out different ways of facilitating communication, like detached neutral interpretation, shock, breaking / showing things, which we constitute
as a taboo, and finally just to bring a recipient into a situation of inner insecurity and confusion.

Warum Porzellan / Porcelain as Material

Es gibt bestimmte Gründe, die mich dazu bringen, in Porzellan meine Gedanken umzusetzen: Die Feinheit von anatomischen Plastinaten, die Perfektion der Formen sowie ihre Materialität erinnern mich an Porzellanschalen und Figurinen. Es ist die Transparenz, die Feinheit und die dadurch entstehende Leichtigkeit, die mir für beides charakteristisch erscheint.

Porzellan in Europa hat die Tradition des Erhabenen, Feinem und stark Detailliertem. Das Material hat einen gehobenen Stellenwert. Ich versuche diese Tradition mit neuen, zeitgenössischen Traditionen und Inhalten fortzusetzen.
Dabei will ich die Grenzen dieses technischen Verfahrens in der Verarbeitung dieses schwierigen Materials erweitern.
Jedes Projekt ist experimentell, ich lote die Grenzen des Machbaren aus.

Though originally interested and trained in printmaking originally, I decided to study china-making to be able to express
the fragility of inner organs both in the visual and tactile dimensions. Because porcelain is, at its most basic level, treated
as something delicate, than it is suitable material to intensify fragility of intestines.